02.09.2018 Heiligenhafen

„Die Ostsee tanzt“

Abschiedsturniere in Heiligenhafen

und noch ein Sieg für Birgit und Marcel

Zum allerletzten Mal lief eine große dreitägige Turnierserie unter dem Motto „Die Ostsee tanzt“ in Heiligenhafen ab – denn den dortigen Kursaal wird es bald nicht mehr geben.

Birgit und Marcel brachen deshalb am Freitag in Richtung Ostseeküste auf, um ein letztes Mal an diesem Ort tanzsportliche Meeresluft zu schnuppern. Es sollte eine schier endlose Odyssee auf Deutschlands Straßen werden.

Hielten sich die Staus und Baustellen auf der A7 noch einigermaßen in Grenzen, war vor den Toren der Hansestadt Hamburg endgültig Schluss mit lustig: 10 km Stau führten zu einem hoffnungslosen Stop and No Go, dem unsere Beiden schließlich bei Harburg zu entweichen suchten – vergebens: Wegen einer just an diesem Tag errichteten Vollsperrung des Zugangs zur A1 nach Lübeck musste jedermann irgendwie sein Heil in der Flucht über Umwege suchen – mit katastrophalen Folgen. Alle Wege in und um Hamburg, egal in welcher Himmelsrichtung, waren binnen kurzem restlos verstopft. Und  so mussten sich unsere Beiden kreuz und quer durch ganz Hamburg ihren Fluchtweg in Richtung Lübeck suchen. Spitzenwert des Leistungskoeffizienten war eine 150 Meter lange Baustelle in der Nähe des Bahnhofs, die man bereits nach 41 Minuten zu zwei Dritteln durchfahren hatte, ehe man durch ein Nadelöhr umkehren und eine andere Richtung suchen konnte.

Tour der Leiden am 31. August 2018

Nach drei Stunden unfreiwilliger Sightseeing-Tour durch die Metropole hatte man endlich wieder die Autobahn erreicht – aber spätestens am Rande von Lübeck erfreuten die nächsten kilometerlangen Staus die Ankömmlinge.

Ende des Staus in Sicht?

Nach mehr als 6 Stunden kamen die Zwei schließlich völlig abgekämpft und entnervt im Heiligen Hafen an.

Steife Ostseebrise

Das Ziel der Expedition?

In der Ferne lockt das Kurgebiet.

Und wenig später hieß es: Auf zur Turnierstätte im Kurzentrum!

Im Foyer des Kursaals wurde auf vielfältige Weise für die Ausstattung der Tanzsportler gesorgt.

Venezianische Maskerade

 

… und Turniergarderobe en Miniature

Fotos: Birgit und Marcel Erné

Viel Zeit zum Verschnaufen und Abschalten blieb freilich nicht, denn das erste Turnier der Senioren-Sonderklasse stand bereits auf dem Programm. Zwölf Paare der Senioren IV S hatten sich eingefunden.

Birgit und Marcel nahmen die kurz gefasste Aufforderung zum Tanz an,

O.K., machen wir!

kamen allerdings nach den Strapazen des Tages erst allmählich wieder auf runde Touren.

Ahoi! Alle Segel setzen!

Dennoch holten sie sich sämtliche 25 Wertungskreuzchen für die Finalrunde.

Im Finale kam die stärkste Konkurrenz wieder einmal aus dem Gastgeberland: die Landesmeister Günter und Helma Grelck vom VfL Pinneberg sowie die Vizemeister Axel und Sabine Hagemeister vom Flensburger TC.

Trotz der stressbedingten Verunsicherungen boten Birgit und Marcel dem Publikum weiten Durchblick durch großzügig umrahmte tänzerische Bilder

und durften nach einer doch insgesamt gelungenen Finalrunde

hocherfreut die hübsche mit Ostsee-Strandgut verzierte Siegerplakette entgegennehmen.

Auf Platz 2 folgten Günter und Helma, auf Platz 3 Axel und Sabine.

Allerdings hatte man bis zur Siegerehrung noch einmal viel Geduld aufbringen müssen, denn diese wurde erst nach den Turnieren der Sonderklassen II und III gemeinsam mit diesen vorgenommen. Das ergab dann freilich ein imposantes Gruppenbild.

Gemeinsames Siegerfoto der Klassen II S, III S und IV S

 Und zu guter Letzt durften Birgit und Marcel noch zusammen mit den Gewinnern der IIS- und IIIS-Turniere einen Ehrentanz aufs Parkett legen.

Krönender Abschluss eines anstrengenden Tages

Fotos: Klaus Butenschön

 

Siegerplakette im Ostsee-Ambiente

 

Am Samstagmorgen bot sich den Gästen des Kurorts ein sonniger und friedlicher Ausblick auf die Küstengewässer.

Aber die Ruhe täuschte, denn die Ostsee tanzte immer noch, und das in insgesamt 24 Turnieren an einem Tag!

Doch unsere Beiden machten erst einmal einen Ausflug zur nahen Insel Fehmarn

In der Ferne die Brücke nach Fehmarn

Pittoreskes Städtchen Burg auf Fehmarn

und dem dortigen faszinierenden Meereszentrum.

Na, Kleiner, alles klar?

Fotos: Marcel Erné

Dann konnten sie sich in aller Ruhe auf das zweite Turnier vorbereiten, denn dieses war erst auf kurz vor 10 Uhr abends angesetzt. Die Vorfreude war groß, denn es gab eine Premiere für Birgits neues Tanzkleid.

Der luftig schwingende Rock wollte den geblähten Segeln offenbar Konkurrenz machen.

Nach Monaten verletzungsbedingter Einschränkungen genossen die Beiden ihr beschwingtes, leichtes Tanzen in vollen Zügen und hatten das Gefühl, das beste Turnier seit Jahren zu bestreiten.

Und das Feedback vieler begeisterter Zuschauer schien dies zu bestätigen.

Als der letzte Sturmlauf der Paare über die Fläche gegangen war,

Fotos: Klaus Butenschön

erwartete man gespannt, aber in bester Laune das Finalergebnis. Doch das ließ auch an diesem Tag lange auf sich warten, denn wieder wurden alle weiteren Turniere der Sonderklasse dazwischen geschoben.

Aufmerksam beobachtet von den Zuschauern,

unter die sich auch wieder zahlreiche dänische Schlachtenbummler gemischt hatten,

gewannen Thomas und Cornelia Welter vom TSZ Grevenbroich überlegen mit allen Einsen das Turnier der Senioren III S,

und bei den Senioren II S holten sich ebenfalls souverän Norbert Jäger und Christine Eberhardt-Jäger vom TSZ Blau-Gold Berlin den Sieg.

Da das Turnier der Senioren I S nur von drei Paaren der II S bestritten wurde, waren die Berliner auch hier siegreich.

Zwischendurch gab es kleine Verzögerungen, weil einige Herren immer mal wieder ihre Rückennummern verloren. Ein freundlicher Helfer sprang spontan ein – doch das angebotene Befestigungsutensil entpuppte sich als Büroklammer und war nur bedingt einsatzfähig.

Rettung in der Not?

Noch immer musste man sich mit der Siegerehrung gedulden, denn Ehepaar Fürmeyer verabschiedete sich zunächst vom Küchenteam des Kursaals und bedankte sich für viele Jahre einvernehmlicher Zusammenarbeit.

Fotos: Marcel Erné

Und dann gab es endlich die sehnlich erwartete Bekanntgabe der Finalergebnisse. Als Turnierleiter Thomas Fürmeyer andeutete, dass es bei den Senioren IV S äußerst eng zugegangen war, schwante unseren Beiden trotz aller positiven Gefühle Böses: Und tatsächlich waren sie, wie die spätere Wertungstabelle zeigte, wieder einmal von zwei Wertungsrichtern konstant auf Platz 1 gesetzt worden, hatten die größte Gesamtzahl (12) an Einsen erhalten, und doch fehlte ihnen am Ende wie schon mehrfach in diesem Jahr eine einzige Eins oder Zwei zum Sieg, über den sich an diesem Tag Günter und Helma Grelck freuen durften.

Die Siegerehrung wurde wieder für alle S-Klassen gemeinsam vorgenommen, und so gab es zum Abschluss noch mal ein prächtiges Gruppenfoto.

Alle Finalisten der Turniere Senioren S I – S IV

 

Die Ostsee-Tänzer verabschieden sich nun endgültig vom etwas in die Jahre gekommenen Kursaal in Heiligenhafen …

und werden in Zukunft Kurs auf einen Ort namens Holm zwischen Brasilien und Kalifornien nehmen.

Wisch und weg!

 

Link und Ergebnisse:
http://www.die-ostsee-tanzt.de