16.11.2019 Kaunas WDSF

Tanzen im Baltikum

Anschluss nicht verpassen!

Vor drei Jahren hatten Birgit und Marcel Erné zum ersten Mal den nördlichsten  der drei baltischen Staaten tanzsportlich besucht und in Tallinn, der pittoresken Hauptstadt Estlands, den Anschlussplatz ans Finale des WDSF-Turniers der Senioren IV belegt. Diesmal war nun der südlichste Staat im Baltikum dran: Aufbruch zu den Kaunas Open in Litauen.

Flyer des Veranstalters

 

Für den Zwischenstopp in Warschaus Fryderyk Chopin Airport hatte die polnische Fluggesellschaft LOT (Long Overdue Transport) 55 Minuten angesetzt. Leider wurde dann am Abflughafen Hannover nach geraumer Zeit des Wartens genau diese Zeitspanne als Verspätung des Fluges nach Warschau angegeben.

Damit schien der Anschluss an den Flug nach Kaunas geplatzt, und da der nächste erst 24 Stunden später zu erwarten war, begannen unsere Weltenbummler bereits umzudisponieren, mit Planung einer Übernachtung in Warschau, Umweg über Vilnius etc. als Alternativen.

Doch mit der vorangekündigten Verspätung in Warschau angekommen, erfuhr man, dass die Aufregung umsonst gewesen war – denn der Weiterflug fand mit der gleichen Maschine statt, mit der man soeben gelandet war! Erstaunlich, dass das Begleitpersonal davon keine Ahnung gehabt hatte.

Erneutes Warten auf dem Anschlussplatz in Warschau

Schließlich kam man dann doch um 2 Uhr nachts in dem vom Veranstalter empfohlenen Hotel Park Inn Radisson an und konnte das müde Haupt zur Ruhe legen.

Fotos: Birgit und Marcel Erné

Leider hatte sich Kaunas an diesem Wochenende in Nebel gehüllt, und so waren die Aussichten beim Stadtbummel am Freitagmorgen etwas eingetrübt.

Dichter Nebel liegt schwebend über der Stadt

In der Fußgängerzone begegnete man stabilen Fahrrädern …

und den Rolling Stones …

aber auch sonderbaren Gestalten in litauischer Nationaltracht.

 

Vor dem „Weißen Schwan“, dem berühmten Rathaus von Kaunas, wurde man symbolisch vom gewaltig standfesten Bürgermeister mit Zylinderhut empfangen.

Ehrenvoller Empfang

 

Am Samstagmittag war es dann soweit: Der vom Veranstalter organisierte Shuttlebus brachte das Tänzervolk zum weit außerhalb gelegenen Sport- und Kulturzentrum,

wo die Kaunas Open 2019 abliefen.

Im Foyer erhielt die Jugend von flinken Figaros noch den letzten Touch …

und konnte sich auf dem Parkett dann wahrhaft sehen lassen.

Und das sowohl Live als auch simultan On Screen.

Original und Abbild

Akrobatische Verrenkungen

„Das probieren wir lieber nicht …“

aber ein Video kann ja nicht schaden

 

Schon die Jüngsten zeigten voller Enthusiasmus erstaunliche Dynamik und Beweglichkeit.

Nicht immer waren die Kostüme regelkonform, und so bat die Turnierleiterin sehr freundlich das Paar ?? zu einer „little conversation with the chairperson“.

Tanzsport auf höchstem Niveau präsentierten die Paare der Jugend und der Hauptklasse.

Latein

Standard

Fast formationsreife Dominanz von Rot

 

Und dann rückte der Zeiger der ebenfalls tanzsportlich geprägten Uhr im Umkleidesaal dem (verschobenen) Starttermin für die Senioren IV entgegen.

Fotos: Marcel Erné

Frühzeitig waren Marcel und Birgit startklar.

Wie bei WDSF-Turnieren üblich, wurden im Semifinale sämtliche Paare aus insgesamt fünf Nationen jeweils gemeinsam auf die Fläche geschickt, und so blieb kaum Zeit zum Verschnaufen.

Da Birgit und Marcel kurz vor dem Abflug nach Litauen von der ersten Erkältungswelle der Wintersaison erfasst worden waren, schwanden ab der Mitte des Nonstop-Semifinales die Kräfte.

Die heimliche Bitte unserer Beiden, nicht wie in Tallinn auf dem Anschlussplatz 7 zu landen, wurde leider nicht erhört – wieder einmal trennte sie ein vermaledeites Kreuzchen vom Finale.

Anschluss erreicht, Finale verpasst

Fotos: privat

„Zum Teufel mit der Tanzerei!“ dachten sich die Beiden und stürmten ins berühmt-berüchtigte Teufelsmuseum von Kaunas,

wo sich zwischen gruseligen Masken …

und skurril diabolischen Skulpturen …

auch so mancher Teufelstanz einschlich.

Tango infernale

Teufel im Frack versucht Tanzpartnerin

Fotos: Marcel Erné

Wie der Begleittext verriet, hatte der Teufel sich in Schale geworfen und suchte auf einem Abschlussball Anschluss. Doch die erwählte Dame langweilte ihn so mit endlosem Gelaber, dass er sich fluchend davon machte, um sich durch die Hitze seines höllischen Feuerofens wieder auf Touren zu bringen.

Das konnten unsere Beiden auf dem Rückflug allerdings nur noch am Horizont erahnen.

Hexenküche zwischen Himmel und Hölle

Foto: Birgit Suhr-Erné

 

Link:
https://www.worlddancesport.org/