20.11.2016 Berlin L 66

Serie Leistungsstarke 66:

Zum vierten Mal Treppchenplatz
für Birgit und Marcel

 

Nachdem das Tanzsportzentrum Neuruppin kurzfristig die dort geplante Endveranstaltung der Jahresserie „Leistungsstarke 66“ für 2016 wieder abgegeben hatte (wir wissen nicht warum), sprang dankenswerterweise spontan das TSZ Blau-Gold Berlin ein und bot seine Veranstaltungsräume im bekanntermaßen atmosphärereichen Palais am (Tegeler) See für dieses zweitgrößte nationale Event der Senioren–Sonderklasse III an (Mindestalter: ein Partner 66, der andere 56).

Neben dem freien Eintritt lockte die Erwartung eines spannenden Wettkampfes auf höchster Bundesebene zahlreiche Zuschauer, und so waren nicht nur die Parkplätze im weiten Umkreis, sondern auch der lichtdurchflutete Saal mit dem großen Ausblick auf das Seeufer trotz sonntagmittäglicher Startzeit rasch gefüllt.

Alleine vom TSC in Hannover hatten sich sage und schreibe sieben Paare für diese Endveranstaltung qualifiziert! Leider mussten vier davon, bedingt durch verschiedene anderweitige Verpflichtungen oder gesundheitliche Handicaps, auf die Teilnahme an diesem Top-Event verzichten.

Gemütlicher Vorabend für Birgit, Dieter, Marion und Marcel im Fisherman’s

 

So waren schließlich nur Hanni und Franz Welzel, Birgit und Marcel Erné sowie Marion und Dieter Sorge mit von der Partie.

 

Was so alles in einem Schächtelchen Platz findet

Als anfeuernde Schlachtenbummler für unsere Truppe waren Elisabeth und Klaus Christmann eigens nach Berlin angereist. Herzlichen Dank für diese freundschaftliche Unterstützung!

                                                                                                                    Fotos: Erné /Christmann

Bei diesem Turnier konnte der aufmerksame Beobachter einige bemerkenswerte Besonderheiten feststellen. Alle Paare, mit Ausnahme von drei Berliner Paaren, kamen aus den alten Bundesländern des Westens, alle fünf Juroren aus den neuen Bundesländern des Ostens. Turnierleiter und „Hausherr“ Peter Mangelsdorff konnte am Sonntag um 13 Uhr insgesamt 31 Paare zum letzten Gefecht begrüßen.

Einmarsch der „Gladiatoren“

Wie es die Losfee wollte, bevölkerten bereits in der ersten Runde alle drei Paare unseres Clubs gemeinsam die Fläche.

 

Nach der ersten Vorrunde boten die zur Begrüßung komplett auf dem Parkett versammelten Paare ein farbenprächtiges Bild.

Wie bei dieser besonderen Turnierserie üblich, durften alle Paare in einer zweiten Vorrunde noch einmal antreten.

 

Dieter und Marion kamen schließlich auf Platz 19, den sie auch im Gesamtergebnis belegten – ein schöner Erfolg angesichts der Tatsache, dass mehr als dreimal so viele Paare an dieser Turnierserie teilgenommen hatten (allerdings etliche ohne der Endveranstaltung beizuwohnen).

Franz und Hanni freuten sich über Platz 26.

 

Birgit und Marcel hatten in den beiden Qualifikationsturnieren, an denen sie teilnehmen konnten, jeweils Platz 2 belegt und sich nur den Überfliegern dieses Jahres, Monika und Heinrich Schmitz aus Erftstadt, beugen müssen; beim Turnier in Hamburg hatte unserem Paar sogar nur eine einzige Eins zu Sieg gefehlt.

Damit waren sie Mitfavoriten auf einen der ganz vorderen Ränge. Allerdings wird auch in dieser Altersklasse allmählich ein Generationswechsel spürbar: Viele jüngere hinzugekommene Paare drängen mit Macht nach vorne.

Fotos: Bolcz

Und so waren Birgit und Marcel neben Gisela und Wolfgang Friedrich aus Lindau das einzige Paar der „älteren Garde“, das sich bis ins Finale durchkämpfen konnte.

Birgit und Marcel, doppelt im Bilde festgehalten:
Links im Spiegel: Fotografin Elisabeth Christmann, rechts: Malerin Ute Spingler

 

In der letzten Pause vor diesem  spannenden sechspaarige Finale erfreute ein imposanter Sonnenuntergang hinter dem Tegeler See das Auge des Beschauers.

 

 

Getümmel im Finale

Vor dem Finale hatten Birgit und Marcel nach Kreuzen auf Platz 3 gelegen. Als schließlich das Finalergebnis aufgerufen wurde, gab es für unsere Beiden eine herbe Enttäuschung: Es wurde nach Skating nur der 5. Platz in diesem Turnier. Der von Vielen erwartete Platz 2 der Gesamtserie 2016 wurde ihnen im letzten Moment von Thomas Fischer und Doris Willenbruch aus Aschaffenburg weggeschnappt, die mit 12 Kreuzen gerade noch ins Finale gerutscht waren, dort jedoch mit vier vierten und einem fünften Platz auf Rang 3 des Turnieres kamen. Und wegen der doppelten Wertung des Abschlussturniers gibt dieses fast immer den Ausschlag für die Gesamtserie.

Die Wertungstabelle zeigt, dass das Majoritätssystem unserem Paar einen üblen Streich gespielt hatte: Zum Beispiel führten im Langsamen Walzer die Einzelwertungen 5 6 2 2 5 auf die Note 6! Eine 4 statt einer 5 hätte in diesem Tanz und im Turnier bereits Platz 3 gebracht. Doch die Absurdität des Majoritäts- und Skatingsystems trat an anderer Stelle vollends zutage: Marcel und Birgit hatten im Slowfox von einer Wertungsrichterin die 2, das Paar Fischer/Willenbruch hingegen die 6 erhalten. Wäre umgekehrt die (erheblich schlechtere!) Note 6 an unser Paar und die (weitaus bessere!) Note 2 an das andere Paar gegangen, so hätte – man höre und staune – nicht dieses, sondern unser Paar den erhofften Platz 2 in der Gesamtserie 2016 erreicht, da es im Endturnier von Platz 5 auf Platz 4 vorgerückt wäre!! Eine unbegreifliche, aber zwingende Konsequenz des ebenso komplizierten wie unlogischen Wertungssystems…

Werner Couturier und Anita Engel aus Brühl, zuvor auf Platz 9 der Rangliste, belegten sogar den 2. Platz in diesem Turnier der Endveranstaltung und kamen damit noch auf Platz 5 der Serie. Erstaunlich, dass ein Wertungsrichter das dominierende Paar des Vorjahres (Erné) und die klaren Sieger dieses Jahres (Schmitz) nur auf den Plätzen 6 und 5 sah. Dennoch gewannen Heinrich und Monika Schmitz überlegen und verdient auch dieses letzte Turnier und damit die Serie.

Letzte gemeinsame Verbeugung vor dem Publikum

Seriensiegerehrung Leistungsstarke 66

Gratulation und tröstende Worte des DTV-Beauftragten für Senioren-Leistungssport, Jürgen Schwedux

Fotos: Christmann

Die Veranstalter überhäuften die Finalpaare mit Geschenken

Immerhin hatte der dritte Platz für unser Paar auch sein Gutes: Auf diese Weise haben unsere Beiden nun eine komplette Sammlung der Pokale für die Treppchenplätze der Gesamtserien aus vier Jahren beisammen, den für das höchste Treppchen sogar doppelt.

 

 

Link:

www.tsz-blaugold.de