30.03.2015 Fürth DP IV S


Deutschlandpokal der Senioren IV S in Fürth:

Birgit und Marcel Erné auf dem Treppchen

 

Einer der größten Tanzsportvereine in Deutschland, der TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg, war in diesem Jahr Ausrichter des Deutschlandpokals der Senioren
IV S. Am Samstag, dem 28. März 2015 war es so weit: Im weiträumigen Clubheim wurde der „inoffizielle“ deutsche Meister ermittelt.

Da das Turnier im bayerischen Fürth stattfand, rafften sich diesmal nur drei niedersächsische Paare zu der langen Fahrt in den Süden Deutschlands auf, und auch sonst war der Norden nur sehr spärlich vertreten.

Birgit Suhr-Erné und Marcel Erné hatten sich ein hohes Ziel gesteckt: Einmal im Finale eines Deutschlandpokals stehen! Glücklicherweise hatten sie das Hotel Primavera gebucht, von dem aus die Turnierstätte am Venusweg in wenigen Minuten zu Fuß über den Saturnring zu erreichen war – keine astronomische Distanz, und keine Parkplatzsorgen!

Schwieriger war es, am Abend vor dem Turnier eine gastronomische Zuflucht zu finden. Nach langen Irrwegen landeten die Beiden im urigen Gasthof „Die Sieben Schwaben“.

Siegerehrung anderer Art im Gasthof „Die Sieben Schwaben“

Schwäbische Gemütlichkeit

Fotos: Erné

Die fünf Runden des Deutschlandpokals wurden im Wechsel mit der Deutschen Meisterschaft in der 10-Tänze-Kombination für die Senioren I und II abgewickelt, wodurch zwischen den Runden jeweils etwa zwei Stunden Pause entstanden – zu wenig, um andere Aktionen einzuschieben, zu viel, um warm zu bleiben. Viel Geduld war also gefragt, über rund 12 Stunden hinweg – sowohl für Aktive als auch für Wertungsrichter und Zuschauer eine harte Herausforderung.

Es begann mit einer längeren Wartepause, denn ein Wertungsrichter erschien mit einer halben Stunde Verspätung. Als es endlich losgehen sollte, streikten die Digis beim ersten Langsamen Walzer, so dass dieser wiederholt werden musste. In der Wiederholungsrunde fehlte dann unbemerkt ein Paar. Um eine weitere Wiederholung zu vermeiden, entschloss man sich, es in der nächsten Runde mittanzen zu lassen. Der Präsident des Landestanzsportverbandes Bayern, Rudolf Meindl, überbrückte als Turnierleiter in freundlich-kompetenter Art geplante wie unvorhersehbare Pausen, indem er neben vielen humorvollen Einlagen seine Gedanken zu den psychologischen Auswirkungen der in Deutschland neu eingeführten verdeckten Wertung vortrug.

Allmählich kam das Turnier in Fahrt, doch musste manches Paar früher die Segel streichen, als ihm lieb sein konnte: Joachim und Gisela Götze, Finalisten des Vorjahres und Zweite der diesjährigen Rangliste “Leistungsstarke 66“, schafften den Einzug ins Finale nicht; Wilfried und Marion Find, derzeit auf Platz 3 der Rangliste, mussten sich sogar schon vor dem Semifinale verabschieden.

Birgit und Marcel stürmen ins Finale des Deutschlandpokals

Zum Finale um kurz vor Mitternacht waren noch sechs von ursprünglich 51 Paaren übriggeblieben. Wieder waren drei Paare aus Nordrhein-Westfalen mit von der Partie: die neuen Landesmeister Heinrich und Monika Schmitz, die Landesvizemeister Hans-Georg und Barbara Strunk, sowie die Dritten der LM, Detlef und Irene Jopp. Dazu kamen die Landesmeister von Rheinland-Pfalz, Wolfgang und Angelika Scheuer, unsere L66-Sieger Birgit und Marcel Erné, und natürlich die Deutschlandpokalsieger der Vorjahre, Karl-Heinz und Gabriele Haugut vom veranstaltenden Club. Neun Wertungsrichter aus ebenso vielen Bundesländern gaben ihre verdeckten Wertungen ab, und niemand vermochte während der Endrunde den Ausgang des Turniers vorauszusagen.

Wieder wurde das abschließende Verlesen der erreichten Plätze in umgekehrter Reihenfolge zum Nervenkitzel. Das Ergebnis zeigt, wie eng die Leistungen an der Spitze dieser Klasse beisammen liegen. Scheuers, derzeit bestplatziertes deutsches Paar auf der Weltrangliste, mussten sich mit Platz 6 begnügen. Nach Jopps auf Platz 5 wurden die NRW-Landesmeister Schmitz zu Platz 4 auf die Fläche gerufen. Vor der Verkündung der drei Treppchenplätze nahm der Turnierleiter den verbliebenen Paaren mit den besänftigenden Worten, die weitere Reihenfolge sei jetzt eigentlich „wurscht“, die ärgste Spannung. Birgit und Marcel erhielten die Bronzemedaille, Strunks die Silbermedaille, und Hauguts die Goldmedaille und den Pokal. Das heimische Publikum war’s zufrieden und spendete reichlich Applaus.

Die besten sechs deutschen Paare der Senioren IV S

Birgit und Marcel waren über das Erreichen eines Treppchenplatzes beim Deutschlandpokal sehr glücklich – und zwei Wertungsrichter hatten sie sogar in allen Tänzen auf Platz 1 gesehen.

Ein wenig erschöpft, aber happy

Fotos: Blitznicht

Blumengebinde und Bronzemedaillen

 

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