16.08.2026 Stuttgart GOC
German Open Championships 2026
Paare des TSC stellen das größte Kontingent des NTV
und erzielen tolle Ergebnisse
Bei den GOC in Stuttgart trafen sich in diesem Jahr weit über 6000 Tanzsportfans aus allen Kontinenten, darunter die Weltspitze in fast sämtlichen Klassen. Auch fernste Tanzsportnationen von der anderen Hemisphäre des Globus wie Chile, Hong Kong, Japan oder Neuseeland waren vertreten. Grund genug für ein halbes Dutzend Paare vom TSC in Hannover, wieder einmal das „Deutsche Mekka des Tanzsports“ aufzusuchen.
Schon am Dienstagmorgen trafen sich Klaus und Elisabeth Christmann mit Hans-Jürgen und Sigrid Schulze am Hauptbahnhof Hannover zur gemeinsamen Fahrt nach Stuttgart. Die Tanzfreunde Angelika und Peter Skambraks aus Hamburg saßen schon im Zug, und so fuhr man gemeinsam in fröhlicher Runde und guter Stimmung Stuttgart entgegen. Doch dann schlechte Nachrichten durch den Zugbegleiter: Der Frankfurter Hauptbahnhof konnte ebenso wie der in Mannheim wegen Bauarbeiten nicht angefahren werden, so dass stattdessen ein außerplanmäßiger Halt in Frankfurt Süd sowie in Heidelberg vorgesehen war. Die Hoffnung, dies würde keine großen Auswirkungen haben, schwand von Minute zu Minute. Nachdem der Zug eine Dreiviertelstunde in Frankfurt Süd gestanden hatte, wurde mitgeteilt, der Lokführer habe vergeblich versucht, eine Fahrtfreigabe für die Weiterfahrt über Heidelberg zu bekommen. Also ging es in umgekehrter Richtung zurück – Endstation Hauptbahnhof Frankfurt am Main! Schließlich fand das pfiffige Tanzsextett eine Lösung, um mit Plan B nach Stuttgart zu kommen: Regionalexpress nach Mannheim und weiter mit einem ebenfalls verspäteten ICE nach Stuttgart, natürlich im Luxusabteil 1. Klasse – wenn schon, denn schon.

Mit einer geringfügigen Verspätung von drei Stunden fuhr man schließlich in Stuttgart ein. Geschafft!
Wenig später ging es dann schon mal zur Turnierstätte, dem Stuttgarter Kongress- und Kulturzentrum …
Fotos: Elisabeth Christmann
mit der berühmten Liederhalle, dem Beethoven- und Hegelsaal und vor allem der imposanten historischen Reithalle, wo die meisten Turniere der Seniorenklassen abliefen. Der Bau aus der späten Gründerzeit beeindruckt durch seine markante Backsteinarchitektur im Industriestil und eine lichtdurchflutete, stützenfreie Eisenfachwerk-Konstruktion, die eine ganz besondere Atmosphäre schafft.
Foto: Kirsten Müller-Quentin
Dort konnte man den Rising Stars der Senioren III zuschauen, deren Turnier bereits in vollem Gange war. Im Jahr 2024 hatten Mario Müller-Frahm und Michaela Frahm aus unserem Club in dieser Competition die Silbermedaillen gewonnen (siehe Bericht).

Da bei dieser Turnierform die besten 50 Paare der Weltrangliste nicht zugelassen sind, durften Mario und Michi im Jahr 2026 nicht teilnehmen, denn sie waren kurz zuvor auf Platz 49 der Weltrangliste gesprungen – Glück und Pech zugleich. Ihre niedersächsischen Dauerkonkurrenten, Jürgen und Christine Flimm, eroberten diesmal das zweithöchste Treppchen.

Fotos: privat
Vor Ort traf man die Clubkameraden Kirsten und Eckhard Quentin, und da diese das gleiche Hotel gebucht hatten, boten ihnen Elisabeth und Klaus an, mit dem Gruppenticket gemeinsam zurückzufahren. Zuvor kehrten die hungrigen Ankömmlinge noch im Brauhaus Eins ein, das ganz in der Nähe des Kongresszentrums liegt.
Fotos: Elisabeth Christmann / Kirsten Müller-Quentin
Am nächsten Morgen ging es sehr früh aus den Federn, denn der Beginn der WDSF Open Senior IV Standard war auf kurz nach 9 Uhr vorverlegt worden. So trafen sich unsere Paare zum zeitigen und eiligen Frühstück — natürlich schon fertig gestylt fürs Turnier. Dafür hatte man anschließend noch eine halbe Stunde Zeit zum Aufwärmen und Eintanzen auf der Fläche.
Ein allgemeines Raunen ging durch die Reithalle, als bekannt wurde, dass die stolze Zahl von 150 Paaren aus 15 Nationen an den Start gehen würde. In der ersten Runde wurden die 134 Paare, die kein Sternchen hatten, großzügig auf Heats mit 10 bis 11 Paaren verteilt. Ein Luxus, der zumeist Rempeleien und Stürze auf der riesigen Fläche vermied. Drei Paare des TSC freuten sich also auf ein schönes Turnier.


Fotos: privat


Sigrid und Hans-Jürgen präsentierten sich frisch und dynamisch,
schafften aber leider nicht den Sprung in die zweite Runde. Dieser gelang unseren beiden anderen Paaren mühelos und mit fröhlicher Ausstrahlung.
Elisabeth und Klaus zeigten eine prima Leistung und ließen im Verlauf des Turniers weit mehr als die Hälfte aller Paare hinter sich, darunter etliche ihrer Dauerkonkurrenten aus allen Teilen Deutschlands.
Am Ende durften sie sich über den geteilten Platz 64 freuen.
Fotos: Kirsten Müller-Quentin
Kicki und Ecki wurden ihrem Status als bestes Niedersachsenpaar dieser Klasse vollends gerecht und zogen im Achtelfinale noch einmal alle Register.
Foto: Elisabeth Christmann
Am Ende hatten die beiden etwas Pech und verpassten das 26-paarige Viertelfinale knapp um zwei Plätze. Dennoch ein Superergebnis in einem qualitativ wie quantitativ sehr starken internationalen Feld von 150 Paaren!
Fotos: Monika Marschall
Im Finale gab es einige Überraschungen. Einzig der Sieg der Weltmeister Bruno Lazzareschi und Ida Zotta aus Italien war eine relativ klare Angelegenheit.

Foto: Andreas Klemm
Ihre Landsleute Enzo Alocci und Lorella Rossi erhielten keine einzige Eins, kamen aber nach Majorität, die erst nach Anzahl der Dreien zum Tragen kam, auf Platz 2.

Dahinter wirbelten die Wertungsziffern der Jury aus 11 Nationen kunterbunt durcheinander. David Getchell und Allison Gonzalez aus den USA konnten noch einmal an ihre früheren Erfolge anknüpfen und wurden Dritte. Die sieggewohnten Europameister Wolff wurden nur auf Platz 4 gewertet, die Vize-Europameister Funk gar nur auf Platz 6. Dazwischen standen bei der Siegerehrung die Deutschen Meister des Vorjahres, Knut und Iris Möller.



Komplettiert wurde das Finale durch die Vorjahresdritten Jozsef Kranicz und Erika Dobo aus Ungarn, die diesmal auf Platz 7 landeten.



Fotos: Elisabeth Christmann
Nach dem Turnier lieferten die Finalergebnisse und die genauere Inspektion der Wertungstabellen noch reichlich Diskussionsstoff …
Am Donnerstag hatten die Senioren IV eine eintägige Tanzpause. Nach einem diesmal gemütlichen Frühstück ging es dennoch wieder in die Reithalle, um die Clubkollegen durch Beifall und Anfeuerung zu unterstützen, die bei den WDSF Open Senior III Standard zusammen mit weiteren 170 Paaren aus 15 Nationen auf der Fläche standen. Deutschland stellte mit 85 Paaren das größte Kontingent, dahinter folgte Italien mit 55 Paaren. Alle anderen teilnehmenden Nationen konnten nur einstellige Teilnehmerzahlen beisteuern.

Mario Müller-Frahm und Michaela Frahm, Doris und Ulf Nagel
Klar, dass unsere beiden Paare sich nach den guten Ergebnissen in Wien vorgenommen hatten, auch beim größten internationalen Turnier in der Heimat ihre bestmögliche Leistung abzurufen, dabei aber den Spaß am Tanzen nicht zu kurz kommen zu lassen. Während die Anreise am Vortag des Turniers durch Staus geprägt war, ging es am Turniertag mit erfreulichen Neuigkeiten los: Anders als bei den vorangegangenen Turnieren standen von Anfang alle fünf Tänze auf dem Programm, und nur zehn Paare wurden pro Heat auf die Fläche geschickt. Allerdings dann die schlechte Nachricht: Feste Rundenauslosung zu Beginn, und unsere beiden Paare mussten in der gleichen hammerhart besetzten Runde antreten. Michi und Mario bestritten die Vorrunde in einem komplett neuen Outfit.
Unter der aufmerksamen Beobachtung unseres Trainers Manfred Kober absolvierten unsere beiden Paare gekonnt ihre Programme …
und erhielten nach jedem Tanz noch ein kurzes, aber hilfreiches Experten-Feedback.
Doris und Ulf waren richtig gut drauf,
hatten dann aber im Slowfox großes Pech. Am Ende der ersten langen Seite wurde Ulf von einem anderen Tänzer knallhart in den Knöchel getreten. Ein Schmerzensschrei und das komplette Auflösen der Paarhaltung war die Folge. Zwar konnten die beiden die Runde zu Ende bringen, aber Ulf war so gefooticapt und von der Rolle, dass er nicht wieder in den Tanz zurückfand. Mit Eis-Spray wurde der Knöchel behandelt, aber die verräterische Schwellung und die Regenbogenfarben wurden schnell sichtbar. Die beiden versuchten noch im Quickstep durchzuhalten, doch der verletzte Knöchel war der Belastung nicht mehr gewachsen, was sich umgehend in der Wertung reflektierte. Auf Patz 114 war dann Schluss – aus gesundheitlicher Sicht vielleicht sogar das Beste unter diesen Umständen. Also umziehen, Fuß bandagieren und dann Michi und Mario vom Parkettrand aus anfeuern.

Michi und Mario zogen souverän ihre Kreise und absolvierten Runde um Runde. Allerdings hatte sich bereits in der Vorrunde herausgestellt, dass der neue Frack noch nicht richtig passte, und so wurde er vor Runde 2 wieder gegen den altbewährten ausgetauscht.
Unsere beiden erreichten zusammen mit drei anderen niedersächsischen Paaren sicher das Achtelfinale. Am Ende landeten alle vier NTV-Paare im vordersten Fünftel des Gesamtfeldes, was wieder einmal die Stärke des Niedersachsischen Tanzsportverbndes in dieser Klasse demonstrierte.
Mario und Michi belegten am Ende den geteilten Platz 27. Zum Einzug ins Viertelfinale in diesem riesigen internationalen Feld fehlten ihnen ganze drei Kreuzchen. Im Ranking der 85 deutschen Paare wurde es für sie der stolze 7. Platz. Wieder ein Top-Leistung unserer unermüdlichen Tanzsport-Globetrotter!
Fotos: Elisabeth Christmann
Spätestens in der Runde der letzten 24 zeigte sich die enorme Dominanz der „Squadra Azzurra“: Elf Paare aus Italien und nur noch fünf Paare aus Deutschland verblieben im Wettbewerb. Im Finale standen schließlich nach vielen langen und schweißtreibenden Runden drei italienische Paare und je ein Paar aus Deutschland, Österreich und den USA. Es gewannen die amtierenden Weltmeister Massimiliano Ferrini und Elisabetta Galilei vor ihren Landsleuten Vittorio Bramati und Silvia Martorelli. Das dritthöchste Treppchen durfte das derzeit beste deutsche Paar, Ingo Bauer und Sandrad Fürsattel, besteigen. Platz 4 dann wieder für ein italienisches Paar: Fiorenzo Fortin und Marianna Voltan. Platz 5 ging mit Roland und Eleonora Holub nach Österreich. Den sechsten Platz belegte das für die USA startende türkische Paar Göktürk und Asli Yurtyapan.

Foto: GOC News

Zu später Abendstunde traten dann auch Hans-Jürgen und Sigrid Schulze in der neuen Altersklasse V (Mindestalter 70 Jahre) an. Unser Paar freute sich über die entspannte Rundenauslosung mit 7 bis 8 Paaren auf der Fläche – kein Vergleich mit dem Getümmel im viel kleineren Mendelssohn-Saal der Historischen Stadthalle von Wuppertal und den Riesenheats in Wien! In Stuttgart gingen zwar nur 33 Paare an den Start, darunter aber fast die komplette Weltspitze. Umso größer die Freude, als unserem Paar bei den GOC der Einzug ins Viertelfinale gelang.
Mit dem geteilten 22. Platz durften die beiden sehr zufrieden sein.
Erst kurz vor Mitternacht wurde das letzte Finale des Tages eingeläutet. Fünf der sieben Finalisten bei den Senioren V kamen aus Italien. Die Weltranglistenzweiten Piero Lassi und Sylvia Golini drehten an diesem Tag den Spieß um und siegten vor Giovanni Boccu und Federica Gualina, die aber weiterhin die Weltrangliste anführen. Auf Platz 3 kamen wie schon in Wien die Tschechen Jan Hon und Jaroslava Honova. Für die Neueinsteiger Johann und Catherine Hartmann aus Frankreich blieb Platz 4, und die Plätze 5, 6 und 7 gingen wieder alle nach Bella Italia.

Fotos: Kirsten Müller-Quentin / Elisabeth Christmann
Am Freitag starteten Klaus und Elisabeth als einziges niedersächsisches Paar bei den GOC Senior IV Standard Rising Stars. Das Turnier wurde um 16:13 Uhr für 76 Paare eröffnet. Auch wenn die 50 Besten der Weltrangliste hier fehlten, war es immer noch ein großes internationales Turnier auf hohem Niveau. Unter den Argusaugen von Trainer Manfred Kober …
schaffte unser Paar locker den Sprung in die erste Zwischenrunde…
und freute sich am Ende über den geteilten 39. Platz.
Der verdiente Sieg ging hier ins ferne Land der aufgehenden Sonne, denn die Japaner Masayuki und Yuka Imai fügten ihren vielen früheren Erfolgen bei den GOC nun den Sieg bei den Rising Stars hinzu.

Drei deutsche Paare belegten die Plätze 2, 3 und 5: die Neueinsteiger Jürgen und Katrin Kosch sowie Markus Bensch und Birgit Ohmsieder flankierten die Japaner auf dem Siegertreppchen. Komplettiert wurde das Finale von Jean Claude und Isabelle Le Franc auf Platz 4 sowie Silvano Cacciavelli und Luisella Tosetto auf Platz 6 (die nationale Herkunft dieser Paare dürfte nicht schwer zu erraten sein).

Anzumerken bleibt noch, dass auch Ecki und Kicki, unsere Vorjahresfinalisten bei den Rising Stars, in diesem Jahr hier nicht antreten durften, da sie zu den besten 50 Paaren auf der Weltrangliste gehören.
Den restlichen Abend verbrachten unsere Tanzsportfreunde in fröhlicher Runde. Man war sich einig, dass die GOC in diesem Jahr stark gewonnen haben – nicht nur die entspannten Runden, sondern auch die Chance, alle fünf Tänze in den Vorrunden tanzen zu dürfen, waren dicke Pluspunkte für die GOC. Auch die starke Präsenz des Helferteams ist positiv aufgefallen. Da freut man sich doch auf die 39. Auflage der GOC im Jahr 2027.
Am Samstag begann die Rückreise nach Hannover mit der Hoffnung, dass es diesmal ohne Probleme bis zum Zielort gehen würde. In der App stand schon der Hinweis, dass der Zug ausgetauscht worden sei und nicht alle Platzreservierungen mit hinüber gebucht werden konnten. Aufatmen dann, als man im einschlägigen Waggon die reservierten Plätze unbesetzt vorfand. Der Zug war ansonsten hoffnungslos überfüllt, erreichte aber zu guter Letzt pünktlich das Ziel Hannover.

Fotos: Elisabeth Christmann / Kirsten Müller-Quentin
Turnierplan und alle Ergebnisse der GOC 2026
Bericht DTV, Tag 2
Bericht DTV, Tag 3
Bericht DTV, Tag 4
Bericht NTV































