13.06.2026 Aachen RL
Ranglistenturnier im Dreiländereck
Quentins im Finale der Senioren IV S
Dort, wo sich die Grenzen von Deutschland, Belgien und den Niederlanden treffen, liegt das Dreiländereck und auf deutscher Seite die alte Römer- und Kaiserstadt Aachen, lateinisch Aquisgrana – so benannt nach den vielen Thermalquellen (die zweite Hälfte des Namens bezieht sich vermutlich auf Grannus, den Gott der Heilquellen, aber darüber streiten sich die Gelehrten).

Foto: Kirsten Müller-Quentin
Nicht nur die alten Römer und die Ritter des Mittelalters, sondern auch die ambitionierten Turniertänzer der Neuzeit lieferten sich hier immer wieder heiße Wettkämpfe, auch wenn es da heutzutage sehr viel weniger martialisch zugeht. Seit mehreren Jahrzehnten ist Aachen nämlich Austragungsort von Ranglistenturnieren. Schon vor mehr als drei Jahrzehnten, als diese Turnierform eingeführt wurde, gaben die ständigen Neuregelungen des DTV Anlass zu vielen Diskussionen: beginnend mit der Herabsetzung des Eintrittsalters bei den Senioren I auf 30 Jahre und gipfelnd in neuen Abstiegsregeln, nach denen
Ranglistenabstiegsverhinderungspunkte
erzielt werden mussten, um nicht in die A-Klasse zurückgestuft zu werden. Dafür musste man in den schon damals riesigen Startfeldern mit über hundert Paaren den Cut schaffen und mindestens die 48er Runde erreichen. Nach heftigen Protesten von verschiedenen Seiten verschwanden diese Regelungen aber schon bald wieder von der Bildfläche. Das waren Zeiten!

Fotos: privat
Viele Jahre nach diesen turbulente Anfängen waren unsere Clubpaare wieder im westlichsten Zipfel Deutschlands tanzsportlich unterwegs; im Jahr 2025 hatten sie kräftig bei dem Ranglistenturnier der Senioren IV S mitgemischt (siehe Bericht). Und auch bei der Neuauflage im Jahr 2026 …
waren wieder zwei unserer Paare mit von der Partie:

Angelika Nothdurft und Helmut Bresch
Foto: privat
Die Anreise war zunächst von sintflutartigen Regenschauern begleitet worden …
doch kurz vor dem Dreiländereck riss die Wolkenfront auseinander und machte blauem Himmel Platz.
Wetter und Miene heiterten sich zusehends auf
angesichts des freundlichen Empfangs im Hotel.
Und auch beim Veranstalter der Ranglistenturniere, dem TSC Grün-Weiß Aquisgrana, war alles bestens vorbereitet.

Das Startfeld beim Ranglistenturnier der Senioren IV S war mit 50 Paaren aus ganz Deutschland sowohl quantitativ als auch qualitativ mit etlichen der besten deutschen Paare sehr stark besetzt. Die einzigen Vertreter des Niedersächsischen Tanzsportverbandes kamen allerdings aus unserem Club.
Angelika und Helmut hatten in den letzten Wochen wenig Zeit für gemeinsames Training gehabt, präsentierten sich aber dennoch in guter Form.
Mit etwas Pech bei der Kreuzchenvergabe verpassten sie auf Platz 37 leider knapp den Einzug in die zweite Runde.

Fotos: Kirsten Müller-Quentin

Danach musste Kicki die fotografische Begleitung der Tanzenden aber anderen überlassen, denn nun war sie selber zusammen mit Ecki auf dem Parkett gefordert: Als eines der sechs „Sternchenpaare“ hatten die beiden ein Freilos für Runde 1 und stiegen daher erst in Runde 2 ein.

Dennoch mussten oder durften sie insgesamt vier Runden bestreiten, was ihnen mit Bravour gelang.
Im Finale war dann mit Ausnahme der amtierenden Europameister Wolff die gesamte deutsche Spitze versammelt. In einem furiosen Endspurt zeigte sie mit geradezu jugendlicher Frische, was tanzsportlich auch noch in höherem Alter konditions- und leistungsmäßig möglich ist.
Die Zuschauer waren zwar nicht in allzu großer Zahl erschienen, gingen dafür aber umso enthusiastischer lautstark mit und sorgten für eine tolle Atmosphäre.
Am Ende gewannen die Vize-Europameister Gerhard und Marion Funk (TSC dancepoint Königsbrunn) klar vor Hans und Petra Sieling (TSC Fulda) sowie Alexander Hick und Petra-Alexandra Leßmann (TSC Rot-Gold Sinsheim). Den Platz direkt neben dem Treppchen eroberten Dirk Keller und Heidemarie Schulz (Tsc Casino Oberalster, Hamburg). Unsere NTV-Landesmeister belegten Platz 5 und kamen im Wiener Walzer sogar auf Platz 4. Damit schoben sie sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze nach vorn – eine tolle Steigerung, insbesondere in Anbetracht der Neuzugänge aus der jüngeren Altersklasse III.

Komplettiert wurde das Finale durch Jürgen Diegel und Alexandra Frey (1. TGC Redoute Koblenz + Neuwied).


Fotos: Angelika Skambraks
















