Neue Räume für die Kids

Spieglein, Spieglein an der Wand
und Holzkunstwerk aus Meisterhand

Drama in drei Akten
mit adaptierten Geleitversen aus Schillers Lied von der Glocke

Fotografisch festgehalten von Marcel Erné und Astrid Quenzel

Ouvertüre
Jugendliche Eroberung der Lili

Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
er stürmt ins Leben wild hinaus.
Die Trainerin behutsam und weise
lehret die Mädchen in ihrem Kreise
und reget geduldig und ohne Ende
mit Bedacht die fleißigen Hände.
Dort wo die Strenge mit dem Zarten,
wo Starkes sich und Mildes paarten,
da gibt es einen guten Klang.
Die Freud ist kurz, das Training lang.

Erster Akt
Premiere im großen Saal

Tausend fleißge Hände regen, 
recken sich in munterm Bund
und in feurigem Bewegen
werden alle Kräfte kund.
Lieblich in der Kinder Locken
schimmert auch ein goldner Glanz
und die behenden kleine Füße
schweben hoch im Elfentanz.
Spieglein, Spieglein an der Wand
wer ist die Beste im ganzen Land?
Wehe, wenn sie losgelassen,
wachsend ohne Widerstand,
jagen durch belebte Gassen
auf der eignen Menschenhand!

 

Zweiter Akt
Duett der starken Männer

Fest gesichert auf der Erden
steht der Spiegel an der Wand.
Heute muss das Kunststück werden,
frisch Gesellen, seid zur Hand.
Von der Stirne heiß
rinnen muss der Schweiß.
Zum Werke, das wir nun bereiten,
geziemt sich auch ein kluges Wort.
Wenn Rat und Umsicht sie begleiten,
dann fließt die Arbeit munter fort.
Wie sich des Bohrers Futter windet!
Dieses Stäbchen tauch ich ein,
wenn es ganz im Innern schwindet,
wird das Bohrloch fertig sein.
Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
und dazu ward ihm der Verstand,
dass er im innern Herzen spüret,
was er erschafft mit seiner Hand.
Seht zu, dass alles gut verriegelt,
und sich kein schiefes Bild ergibt,
wenn sich die Menschheit drinnen spiegelt,
denn Ebenmaß ist, was sie liebt.
Verstaut das Werkzeug alle beide,
seine Absicht hat’s erfüllt,
Dass sich Herz und Auge weide
an dem wohlgelungnen Bild.
So wird das Werk den Meister loben,
doch das Gute kommt von oben.
Hoch überm niedern Erdenleben
soll sie in luftger Höhe schweben.
Dann öffnet im Viervierteltakt
der Vorhang sich zum nächsten Akt.

 

Dritter Akt
Der Solist im Schreinerhandwerk

Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
doch recht trocken lasst es sein.
Die Haken stählt mit Feuers Flamme
und treibt sie tief ins Holz hinein.
So lasst uns jetzt mit Fleiß betrachten,

was der Menschenhand entspringt.
Denn Unverstand ist zu verachten,
der nicht bedacht, was er vollbringt.
Hört der Gesell die Vesper schlagen,
der Meister muss sich immer plagen.
Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
da kann sich kein Gebild gestalten.
Der Meister sieht mit stolzem Blick,
was er gestaltet mit Geschick,
verzaubert hat er alte Bäume
und füllet nun die leeren Räume.
Segen ist der Mühe Preis,
ehret uns der Hände Fleiß.

 

Epilog
Neue Impulse in neuen Räumen

Zur Eintracht, zu herzinnigem Verein
versammelt sich nun Groß und Klein.
Und fröhlich dürfen alle träumen
in der Lili neuen Räumen.

 

Ein großes Dankeschön unseren unermüdlichen Konstrukteuren Rainer, Dietmar, Helena und Burghard für ihre meisterlichen Installationen, an denen sich fortan unsere enthusiastische Kindergruppe erfreuen kann!