06.04.2026 Thessaloniki WDSF

Thessaloniki Dance Festival 2026
Europameisterschaften und Weltranglistenturniere am Fuße des Olymps

Platz 2 für Birgit und Marcel bei den WDSF Open Senior V

Alljährlich zur Osterzeit strömen in Griechenlands zweitgrößter Hafenstadt Thessaloniki Tanzsportbegeisterte aus aller Herren Länder zusammen, um an dem vielleicht vielfältigsten Programm der Tanzwelt teilzunehmen. Hier gibt es neben den klassischen Kategorien in den Standard- und Lateintänzen für Paare hunderte von Möglichkeiten, in den immer beliebter werdenden Soloklassen oder in den verschiedensten Formations- und Showdisziplinen sein Können zu beweisen. Aber auch exotische Namen wie Salsa und Bachata, Cuban Show Choreo, Cross Body Show, Kizomba Freestyle, Duet Hip Hop Varsity, Solo K-Pop oder gar High Heels Crew und Commercial Crew sind in der mehrseitigen Programmliste zu finden – und dazu sechs WDSF European Championships Choreographic Latin Teams.

Marcel Erné und Birgit Suhr-Erné vom TSC in Hannover hatten in vergangenen Jahren schon zweimal erfolgreich an diesem beeindruckenden Tanzspektakel teilgenommen (Berichte 2017 und 2025) und waren von der tänzerischen Vielfalt in mediterran sonniger Umgebung so begeistert, dass sie in diesem Jahr beschlossen, ein drittes Mal die Ostertage in Thessaloniki zu verbringen. Dort wird das griechisch-orthodoxe Osterfest erst eine Woche später gefeiert, doch die Straßen und historischen Schiffe wimmeln schon davor von feierlustigen Einheimischen und Touristen.

So traten unsere beiden tanzenden Globetrotter am Karfreitag in aller Frühe vom Airport Hannover aus den zweieinhalbstündigen Direktflug in den sonnigen Süden an.

Abflug in Langenhagen
Ankunft in Thessaloniki

Im komfortablen Hotel Daios direkt an der Uferpromenade hatte man einen schönen Blick auf den berühmten Weißen Turm, die imposanten Hafenanlagen und den schneebedeckten Olymp.

Da ihr Turnier auf den Samstagabend gelegt worden war, hatten unsere beiden Griechenlandbesucher viel Zeit, sich in der interessanten Stadt mit antiken und modernen Aspekten umzusehen. Hauptziel am ersten Tag war das Museum of Illusions, das in der Tat allerlei Überraschungen bereithielt.

Und dann genossen sie bei untergehender Sonne das griechische Abendmahl.

Feuerabend
für Genießer

Ein halb orientalisches Frühstück mit typischen Süßigkeiten des Landes eröffnete den Karsamstag.

Wort mit drei Ü gesucht? FRÜHSTÜCKSBÜFFET!

Ein Blick auf den Zeitplan ergab: Das Turnier beim TDF würde nicht vor 22 Uhr beginnen. So konnten Birgit und Marcel richtig ausspannen und den zweiten Tag in Ruhe genießen.

Am Abend ging es dann in einem viertelstündigen Fußmarsch zum Convention Center, wo die unterschiedlichsten Tanzturniere schon den ganzen Tag über ihren Lauf genommen hatten.

Gold – Silber – Bronze

Neben den abwechslungsreichen Präsentationen der Damen-Teams …

gab es jede Menge akrobatischer Verrenkungen in den lateinamerikanischen Tänzen zu bewundern.

WDSF Open Adults Latin

Auch in den Standard-Sektionen wurden einige Turniere angeboten, doch waren hier die Teilnehmerzahlen deutlich geringer.

WDSF Open Senioren IV Standard

In den Garderoben fanden Birgit und Marcel einen von den Lateintänzer*Innen verursachten Schweinestall vor.

Dennoch warfen sie sich in aller Ruhe in Schale …

und bereiteten sich mental auf ihren späten Auftritt vor.

Fotos: Marcel Erné und Birgit Suhr-Erné

Eintanzmöglichkeiten gab es praktisch keine, denn im Nebensaal wurde der Boden für weitere Formationswettbewerbe verklebt. So blieb für ein Foto vor der Werbewand des TDF genug Zeit.

Foto: privat

Dann, gegen 22 Uhr, wurde endlich das WDSF-Weltranglistenturnier der Senioren V gestartet. Ein kleines, aber mit Paaren aus vier Ländern international bestücktes Feld präsentierte sich dem geduldigen Publikum, das mit stürmischem Applaus nicht sparte.

Birgit und Marcel stellen sich vor

Die Startnummern wurden auf einem großen Screen eingespielt.

Schon in den ersten beiden Tänzen präsentierten die beiden elegante Figuren und Posen, spürten aber noch die innere Anspannung zu Beginn eines internationalen Turniers ohne gründliche Aufwärmphase.

Langsamer Walzer
Tango

Doch dann kam das Duo immer besser in Schwung, und im Wiener Walzer konnte es dem hochfavorisierten späteren Siegerpaar aus Italien, Leonardo Corsini und Giovanna Maria Benedetti, sogar etliche Einsen abnehmen.

Wie die Ergebnisliste zeigte, holte sich unser Paar in allen fünf Tänzen mit souveräner Majorität Platz 2

und wurde bei der Siegerehrung zur Entgegennahme der Silbermedaillen und eines großen Pokals aufgerufen.


Fotos: Photo Studio Still

Gegen Mitternacht ging dann dieser aufregende Turnierabend zu Ende, und unser Paar konnte schwer bepackt den Weg zurück ins Hotel antreten.

Hohe Trophäe vor hohem Turm
Schöne Osterbescherung

Am Ostersonntag stießen die Besucher aus dem fernen Germanien bei ihrer langen Stadtwanderung auf zahlreiche beeindruckende Relikte der römischen und byzantinischen Antike inmitten der modernen Großstadt.

Kleines Auto vor großer Kirche
Kleine Kapellen vor großen Häusern
Palindrom gesucht? RELIEFPFEILER!
Kleine Siesta
Katzensprung und Landeplatz

Der Stadtteil Ano Polis liegt bereits auf der ersten Anhöhe des Thessalischen Gebirges – da heißt es kräftig Treppensteigen, aber der Ausblick entschädigt für die schweißtreibenden Strapazen.

Die erstaunlich riesigen Ausgrabungsstätten inmitten der modernen Architektur prägen das Stadtbild.

Palast des Galerius aus der Römerzeit

 

Der Ostermontag war dann schon der Tag der Abreise, doch da das Flugzeug in Richtung Hannover erst um 22 Uhr starten sollte, hatte man noch einmal ausgiebig Zeit zu weiteren Besichtigungen und Unternehmungen.

Besonders nostalgisch die Hafenrundfahrt auf einem alten Piratenschiff.

Zwei Sirenen und eine Seeräuberbraut
Ahoi, Matrosen! Segel hissen!
Anlegestelle am Weißen Turm

Nachdem unsere beiden zurückgekehrten Seefahrer inzwischen zu Kennern der Stadt von Alexander dem Großen geworden waren, holten sie nun auch noch die längst fällige Besteigung des Weißen Turms nach, der innen interessante antike Relikte …

und außen atemberaubende Aussichten bot.

Ein letztes Mal griechischen Wind um die Nase wehen lassen …

Und nach dem nächtlichen Abflug vom funkelnden Airport Thessaloniki …

landeten die beiden hellenistischen Tanzurlauber wohlbehalten um Punkt 0 Uhr in der Heimat.

Fotos: Marcel Erné und Birgit Suhr-Erné

Fazit
Ein schönes Osterwochenende mit erfreulichen tanzsportlichen Konsequenzen: Da Birgit und Marcel dem 1. Platz in 2017 und dem 3. Platz in 2025 nun noch den 2. Platz in der Stadt am Fuße des Olymps hinzufügen konnten, blicken sie jetzt auf eine komplette „olympische Medaillensammlung“ und die drei dazugehörigen „großen Pötte“.


In der Weltrangliste brachte diese Platzierung noch einmal einen Sprung nach vorne auf Platz 23. Damit haben Birgit und Marcel ihre Position als zweitbestes deutsches Paar im Weltranking der Senioren V weiter gefestigt.

Bericht DTV

Bericht NTV

 

Bemerkenswert: Der Tanz Sport Club in Hannover hat in jeder der drei Klassen Sen. III, IV und V ein Paar mit vierstelliger Punktezahl auf der jeweiligen WDSF-Weltrangliste!