06.07.2015 Wuppertal WDSF

danceComp 2015:

Hitzerekord und dreimal zwölf

 

Der 5. Juli 2015 war in verschiedener Hinsicht von hochtemperierten Ereignissen geprägt, auch wenn die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur von über 40 Grad knapp verfehlt wurde: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hatte sich gerade bei der Weltmeisterschaft im Spiel um Platz 3 nach heißem Kampf den Engländerinnen geschlagen geben müssen. Und nach monatelangen hitzigen Wortgefechten verabschiedete sich die Mehrheit der Griechen aus Europa.  Bei der zwölften Auflage der DanceComp in Wuppertal, einem der größten Tanzsportevents der Welt, trugen die kaum erträglichen Temperaturen dazu bei, dass die Wettkämpfe in der an sich wunderschönen Historischen Stadthalle hitziger denn je ausfielen. Manche Aktiven hatten das Gefühl, zum Wassersport gewechselt zu sein, nach dem Motto:

„Freischwimmen im eigenen Saft“.

 

Foto: TNW.de

Zwei unserer unermüdlichen Clubpaare traten beim Weltranglistenturnier der Senioren IV an: Ulla und Eduard waren schon in den frühen Morgenstunden aufgebrochen, um rechtzeitig am Ort des Geschehens zu sein. Im Haus von Birgit und Marcel hatte es eine unerwünschte und schmerzhafte Verzögerung gegeben: Ein Wespenschwarm, der sich im Obergeschoß eingenistet hatte, fiel über Birgit her, und nach einem giftigen Stich in die Schulter reagierte der gesamte Körper  allergisch. Nur kräftige Magnesium- und Histamin-Schübe konnten das Schlimmste verhindern. Der rechte Arm ließ sich durch die geschwollene Schulter auch nach mehreren Stunden kaum heben; dennoch entschied Birgit: Wir fahren.

Die Besetzung des WDSF-Turniers der Senioren IV war von höchster Qualität: Neben den Plätzen 1, 2 und 3 der Weltmeisterschaft waren die Plätze 2 bis 7 des diesjährigen Deutschlandpokals vertreten; insgesamt waren 10 der 18 bestplatzierten Paare der Weltrangliste gemeldet!

Appell … – Attacke!

Für Ulla und Edu war es nach dem Vienna Dance Concourse erst das zweite große internationale Turnier ihre Tanzsportkarriere. Und sie lösten die schwere Aufgabe in dem sowohl auf den Rängen als auch auf dem Parkett überfüllten Saal (15 Paare pro Runde!) mit Bravour: Sogar an Tanzkollegen der S-Klasse mit einer Erfahrung von mehr als 1000 getanzten Turnieren zogen sie vorbei und sicherten sich 12 Punkte für den Aufstieg  in eben diese S-Klasse  – eine lohnende Ausbeute, die sonst bei den leider fast immer sehr kleinen Feldern der A-Klasse kaum möglich wäre. Gratulation zu dieser tollen Leistung unserer Newcomer im WDSF-Zirkus!

Rechts das Digi im Anschlag … – Click! Da ist das Kreuzchen

Der Einzug in die 24er-Runde stellte für Birgit und Marcel keine allzu hohe Hürde dar; doch der Sprung ins Semifinale war aufgrund der extrem starken Konkurrenz eine harte Herausforderung.

Gute Miene zum bösen Spiel: Strahlen trotz Wespenstich

Zu ihrer Freude fanden die Beiden nach schweißtreibenden fünf Tänzen ihren Namen unter den 12 für das Semifinale Qualifizierten.

Als Birgit sich gerade auf eine einstündige Pause einstellte und Marcel mit Edu und Ulla auf dem Balkon des oberen Rundganges über gemachte Erfahrungen plauderte, sah man plötzlich die Mehrzahl der Paare des Semifinales unten auf die Fläche kommen: Ein Missverständnis mit dem Zeitplan! In weniger als 30 Sekunden war Marcel von oben über die große Treppe nach unten gerast und stürzte mit fliegenden Frackschößen auf die Fläche. Doch die Eile wäre nicht nötig gewesen: Wenige Sekunden später wurden die Paare wieder zurückgepfiffen und um etwas Geduld bis zum Start gebeten. Dennoch war das natürlich alles andere als eine ideale Vorbereitung auf  ein Semifinale der besten 12 Paare eines großen Weltranglistenturniers.

Fliegende Frackschöße …

… und fliegende Füße

Fotos: Daniel Grosch

Unter diesen Umständen waren unsere Beiden nach all den Missgeschicken mit Platz 11 in einem solchen Elitefeld hochzufrieden.

Und als dann, im Gegensatz zu den prasselnden Regenschauern und dem gefährlichem Aquaplaning während der Hinfahrt, auf dem Rückweg der Himmel sich zu einer Aufhellung durchringen konnte, geschah das Gleiche mit der Miene unserer leicht gestressten vier Tanzsport-Globetrotter.

 

Foto: Werner Hanke

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