09.04.2016 Pinneberg DP IVS

Deutschlandpokal der Senioren IV S in Pinneberg:

Ein Kreuz (zu wenig)

 

Schauplatz der Deutschen 10-Tänze-Meisterschaft der Senioren I S und des Deutschlandpokals der Senioren II S in der gleichen Disziplin, geschachtelt  mit dem Deutschlandpokal der Senioren IV S, war zum zweiten Aprilwochenende die Rübekamphalle in Pinneberg. Ortsunkundige hatte ihre liebe Mühe, das in der Fußgängerzone gelegene Gebäude zu finden (selbst Rübezahl hätte da vom Auto aus die Hausnummer 13 nicht entdecken können) und einen der äußerst raren Parkplätze zu ergattern.

 

Im Gegensatz zu den überschaubaren Feldern bei den „Jungsenioren“ (14 Paare bei den Senioren I S, 16 Paare bei den Senioren II S) waren bei den Senioren IV S von ursprünglich fast 80 gemeldeten Paaren immerhin 63 am Start – ein Melderekord für den Deutschlandpokal dieser Klasse. Und auch qualitativ überbot diese „inoffizielle deutsche Meisterschaft“ alles bisher Dagewesene: Viele ehemalige und ein Dutzend amtierende Landesmeister, darunter natürlich die fünffachen DP-Sieger Haugut; neu hinzu gekommen die vielfachen GOC- und DP-Sieger früherer Jahre, Christian Böhm und Elisabeth Striegan-Böhm, und nach längerer Pause wieder mit dabei die zigfachen Meister Frank und Margrit Steier mit weit über 400 Siegen in der Sonderklasse – also ein absolut hochkarätiges Feld. Hinter dem Berliner Club Askania mit sechs Paaren stellte der TSC in Hannover mit vier Paaren das zweitgrößte Vereinskontingent.

Mit dabei auch Birgit und Marcel Erné, als zweifache Sieger der Jahresserie „Leistungsstarke  66“ und Dritte des letzten Deutschlandpokals ebenfalls zum engeren Favoritenkreis zählend. Leider setzten die beiden Pechvögel des Jahres 2016 ihre Krankheits- und Verletzungsserie nahtlos fort – nachdem Birgits gebrochenes Handgelenk endlich auszuheilen begann, erwischte Marcel kurz vor der Meisterschaft eine Bänderzerrung am Knöchel; der zentimeterdick bandagierte Fuß ließ sich wie im Märchen Aschenputtel nur unter höllischen Qualen in den engen Tanzschuh quetschen. Ein Häufchen Elend und kurz vor der Aufgabe, bevor das Turnier überhaupt begonnen hatte, wurden unsere Beiden auf geniale und liebevolle Weise von unserem Mentalzauberer Gerwin wieder auf Kurs gebracht, und es konnte losgehen.

 

Mit charmanten und spontan witzigen Worten leitete DTV-Vizepräsident Tim Rausche durch die einzelnen Runden. Zeitweilig tummelten sich bis zu 9 Paare gemeinsam auf der Fläche, die diese Besetzung aber dimensionsmäßig durchaus hergab. Dennoch war es wieder einmal amüsant zu beobachten, wie sich gelegentlich der gesamte Heat in einer Ecke zusammenballte, während das übrige Parkett in gähnender Leere glänzte.

Alle vier Paare unseres Clubs gingen von Anfang an aufs Ganze und schafften locker den Sprung in die zweite Runde.

Dieter und Marion Sorge kamen mit einer ansprechenden Performance auf Platz 45.

Helmut und Eleonore Roland schnupperten mit Platz 30 schon kräftig an der dritten Runde…

und Burghard und Helena Reithmeyer landeten noch einen Platz davor. Damit verpassten sie die nächste Runde nur um einen Platz – schade, aber eine tolle Leistung!

 

Obwohl Marcels Knöchel von Tanz zu Tanz spürbar mehr auf sein Recht pochte,

Fotos: Bayer

… kam unser Spitzenpaar immer mehr in Schwung und lag nach der dritten Runde sogar auf Platz 3 der Gesamtwertung!

Fotos: Roland

Damit war der Einzug in das heißersehnte Semifinale geschafft. Mehrere Landesmeister waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Strecke geblieben, darunter auch Siegfried und Rosemarie Lutz, denen Marcel und Birgit bei der Landesmeisterschaft gehandicapt noch den Vortritt hatten lassen müssen. Diesmal waren sie mehr gefussicapt, aber Gerwin peitschte sie zu einem weiteren Kraftakt auf. Im Semifinale erwischten sie dann hammerharte Runden mit je vier Spitzenkandidaten für den Sieg. Dennoch gelang ihnen das fast Unglaubliche: Sie ließen sowohl die Seriensieger Steier (Platz 12) als auch die Top-Favoriten Böhm (Platz 8) hinter sich! Und trotzdem sollte sich ein dicker Wermutstropfen in diese scheinbare Erfolgsstory mischen: Am Ende hatten sie das Finale um ein einziges Kreuzchen verpasst – haargenau wie drei Jahre zuvor beim Deutschlandpokal in Potsdam. Es wäre sicher sarkastisch zu behaupten, das Glück sei unseren Beiden hold gewesen. Aber Platz 7 unter den besten Paaren Deutschlands dieser Altersklasse ist ein ausgezeichnetes Ergebnis!

Foto: Bolcz

Was in dem deutlich verjüngten und bärenstark besetzten Feld nicht unbedingt zu erwarten war: Das Paar Haugut gewann zum 6. Mal den Deutschlandpokal der Senioren IV S, diesmal vor den Nordrhein-Westfalen Schmitz und Strunk.

Foto: Bayer

Auch wenn unsere Clubpaare einige große Chancen denkbar knapp verpassten, haben sie eine sehr erfreuliche Gesamtbilanz beim wichtigsten nationalen Turnier des Jahres erreicht. Gratulation!

Ein riesiges Lob und Dankeschön geht an unsere Trainer Gerwin und Betty, die unsere Paare in vorbildlicher Weise aufgemuntert, umsorgt und gecoacht haben.

 

Die Fotos in diesem Artikel stammen mit drei Ausnahmen wie so oft von Carola Bayer. Wieder einmal ist ihr das anspruchsvolle Vorhaben perfekt gelungen, die schnellen Tanzbewegungen im richtigen Augenblick für die Ewigkeit festzuhalten. Dafür herzlichen Dank und große Anerkennung!

https://picasaweb.google.com/caroba65/20160409PinnebergDPSenIVS

 

Weitere tolle Fotos aus professioneller Hand und die gesamte Video-Aufzeichnung des Deutschlandpokals 2016 findet man auf der Homepage von Helmut Roland, der neben seiner eigenen tänzerischen Aktivität wieder in unermüdlichem Einsatz das Geschehen in bewegten und unbewegten Bildern festgehalten und dann medientechnisch aufbereitet hat:

http://www.worlddancesportevents.com/

Gesamtergebnis:

http://www.vfl-pinneberg.de/tsa_turnierergebnisse/
Bericht NTV:

http://ntv-tanzsport.de/