15.10.2017 Rostock

RoSenTaTas 2017 an der Ostsee

Draußen trübe, drinnen goldener Oktober

 

Während in fast allen Teilen Deutschlands strahlende Sonne die Blätter golden leuchten ließ,

Goldener Oktober in Altwarmbüchen

hüllte sich die Hansestadt Rostock in dichte Nebelschwaden.

Der Kirchturm versinkt im Nebel

Und ausgerechnet dorthin waren zwei unserer TSC-Paare aufgebrochen. Ihr Ziel war die tanzsportliche Großveranstaltung mit dem blumigen Namen

ROSENTATAS

Eingeweihte wissen, dass sich dahinter die „Rostocker Senioren-Tanztage“ verbergen.

Nachdem das Navi unsere Vielfahrer wegen einer Vollsperrung quer durch die gesamte Innenstadt Hamburgs gelotst hatte, war man nach mehr als vier Stunden endlich am Ziel und bog in den Vorort mit dem widersprüchlichsten aller Ortsnamen ein:

Nach Klein Klein suchte man vergeblich, doch den Nachbarort mit dem niederdeutschen Namen „Lütten Klein“ gibt es tatsächlich.

Vor Ort begrüßte die Ankömmlinge zunächst modern(d)e Kunst und Graffiti…

Seltsame Maschine, stark verrostet

und dann ein Plakat, auf dem man einen nicht nach Senioren-Tanztee klingenden Namen gewählt hatte.

Neuer und alter Titel

Die riesige Sporthalle war hübsch mit Luftballons und den Flaggen aller Bundesländer geschmückt.

Erinnerungen an die HaTaTas werden wach

 

Zweigeteilte Tanzfläche …

… und dreigeteilte Aufmerksamkeit

Fotos: Marcel Erné

Mit viel Elan und Redegewandtheit führten abwechselnd Caroline Fried und Frank Scheida durch das prall gefüllte Programm.

Bei den Senioren IV S waren neun Paare aus immerhin sechs verschiedenen Bundesländern am Start. Das niedersächsische Kontingent stellten Anne und Helmut Roland sowie Birgit und Marcel Erné aus unserem Club.

Obere Reihe: Anne und Helmut
Untere Reihe: Birgit und Marcel

Aus dem Video von Helmut Roland

Just in dem Moment, als Birgit und Marcel den ersten Schritt zum langsamen Walzer machten, setzte der musikalische Rhythmus einen Augenblick aus, und schon fühlte man sich aus dem Takt gekommen. Nach diesem empfundenen klassischen Fehlstart befiel die Beiden ein mulmiges Gefühl, das sie während des gesamten Turniers nicht mehr so recht abschütteln konnten. Dennoch erhielten sie in der Vorrunde alle möglichen Kreuzchen.

Auch Helmut und Anne qualifizierten sich klar mit der drittbesten Kreuzchenzahl 23 fürs Finale. Dort bescherte ihnen die Jury eine sehr gemischte Verteilung aller Zahlen von 1 bis 6  –  im Gesamtergebnis wurde es  Platz 4.

 

Ob die Rückennummer 113 für unser zweites Paar ein gutes Omen sein würde, blieb aufgrund der verdeckten Wertung bis zum Aufruf der letzten beiden Paare bei der Siegerehrung ein Geheimnis.

Doch dann ließ die Formulierung von Turnierleiter Frank Scheida, den Namen des Siegerpaares habe er schon zwanzig bis dreißig Mal verkündet, keinen Zweifel mehr: Sieg Nummer 113 in der Sonderklasse wurde in diesem Moment für Birgit und Marcel zur Gewissheit. Damit sind die Beiden das einzige deutsche Paar außer den amtierenden Deutschlandpokalsiegern Schmitz, das 2017 bereits eine zweistellige Zahl von Siegen in der Sonderklasse IV einfahren konnte.

Für den neuerlichen ersten Platz wurde von zarter Hand eine edle langstielige rosa Rose überreicht.

 

Für Platz 3 erhielten die Berliner Horst und Ingeborg Kaul ein Sträußchen mit drei gelben Rosen.

Mal riechen?

Wer daraus schließt, für Platz 2 hätte das Heimpaar vom TTC Allround Rostock, Erich und Ingrid Bockhahn, zwei Rosen erhalten, liegt falsch: Auch dort waren es deren drei.

Und dann war wieder einmal der Sprung auf’s Treppchen fällig …

 

Niedersachsens Fahne in der Mitte

erleichtertes Siegerpaar

 

und herzliche gegenseitige Gratulation

Fotos: Mathias Heuberger

Vielen Dank an Mathias Heuberger für seinen spontanen Fotografen-Einsatz!

 

In der schmucken Hotelanlage „Ostseeland“ direkt am Steilufer der See (die sich leider ebenfalls gänzlich im Nebel versteckte)

gesellte sich dann die Tanzsport-Rose zu ihren Verwandten, den letzten Freilandrosen des Jahres.

 

Vor der Abfahrt am Sonntag machten Birgit und Marcel einen Vormittagsbummel durch die Altstadt und den Hafen von Rostock – immer noch wolkenverhangen.

Noch ein Tänzchen? Bloß nicht!

Astronomische Uhr in der Marienkirche für Tänzer mit Taktproblemen

Geisterschiff im Nebel

Zweidimensionaler Leuchtturm mit Tür zum Meer

Während die Türme der Marienkirche weiter die tiefen Wolken durchbohrten,

brach wenige Kilometer nach der Abfahrt aus Rostock schlagartig die Sonne durch, und kein Wölkchen konnte Himmel und Laune trüben.

Und wenn es auch kein Klein Klein gab, so konnte man unterwegs doch immerhin noch Kleinkram erledigen.

Der Weg führte in Anbetracht der chaotischen Verkehrsbedingungen im Großraum Hamburg diesmal bei Dömitz über die Elbe.

Sternschnuppen?

Nein, einfach mal Scheibe sauber machen!

 

Für ganz Ausdauernde boten sich am Sonntag in der Sporthalle von Groß Klein viele weitere Turniere, häufig in den gleichen Startklassen wie am Tag zuvor.

Fotos: Marcel Erné

In Abwesenheit der Erst- und Drittplatzierten vom Vortag konnten etliche Paare der Senioren IV S die Gelegenheit beim Schopf packen und noch mal voll durchstarten.

So auch Anne und Helmut, die eine prima Leistung zeigten, den greifbar nahen Platz 2 aber in einer recht knappen Entscheidung dem neu hinzugekommenen Paar vom Askania-TSC Berlin, Sylvia und Hilmar Schläger, überlassen mussten, obwohl sie 7 Einsen und noch etliche Zweien eingeheimst hatten.

Nur knapp Platz 2 verpasst: Anne und Helmut

Aber sie durften an diesem Tag das dritthöchste Treppchen besteigen. Das höchste blieb Ingrid und Erich Bockhahn vorbehalten, die damit zu ihrer Freude doch noch einen Heimsieg feiern konnten.

Fotos aus dem Video von Helmut Roland

 

Videos:

17-10 SEN IV S – Rostocker Senioren Tanztage

 

Link:

http://www.ttc-allround.de/turniere.htm